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Die kleine
Schildkröte Tilda
O Die blaue
Glasscherbe
O Der
Zauberbaum
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Die
Blumenwiese
O Die
Sonnenblume
O Das
Gewitter
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  O Das
Kartoffelfeuer
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Das Gewitter!
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Es war ein wunderschönes Sommergewitter, als die kleine Schildkröte Tilda ihren Freund Peter traf.
Tilda hatte es schon am Tag vorher gerochen, dass ein Gewitter in der Luft lag. Deshalb hatten sie sich beeilt nach draußen zu kommen. Peter und Tilda krochen in den kleinen Blumengarten. Dort versteckten sie sich unter großen Blättern. Sie zuckten zwar jedesmal zusammen wenn es donnerte und grollte, doch das Blitzen mußten sie unbedingt sehen. In den Blitzen sahen sie die schönsten Figuren. Daraus sponnen sie spannende Geschichten, denn Peter war ein sehr guter Geschichtenerfinder.
In ihren Blätterhöhlen blieben sie solange sitzen, bis das Gewitter vorüber war. Peter sah etwas anders aus als andere Schildkröten. Sein Panzer war sehr groß und viel dicker als bei anderen Schildkröten. Die Haut von Peter war auch knautschiger als Tildas Haut.
Auch die Farbe des Panzers war viel dunkler, fast schwarz. Mit Peter spielen zu dürfen, war immer spannend und ein Erlebnis. Besonders bei einem ordentlichen Gewitterregen.
Die Pfützen waren besonders groß und voll mit frischem Regenwasser. Dann krochen sie los, suchten sich die größten und schönsten Pfützen aus. Zuerst tranken sie von dem frischen Regenwasser. Peter trank es besonders gerne. Es schmeckte ihm besser als zu Hause. Tilda durfte es eigentlich nicht. Die Schildkrötenmutter schimpfte, wenn ihre Kinder aus Pfützen tranken. Aber wenn Tilda mit Peter spielte, vergaß sie alle Ermahnungen von zu Hause. Es war lustig und spannend mit Peter zusammen zu sein. Hatten sie dann genug von dem leckeren Regenwasser getrunken, krochen sie in die schöne Pfütze hinein. Sie planschten bis der ganze Schlamm vom Boden so richtig aufgewühlt war. Das war das Schönste, wenn sie in der dicken Schlammbrühe lagen. Danach mussten sie sich eine neue Pfütze suchen, wo sie ihren Panzer wieder sauber machen konnten. Denn so mit Schlamm verschmiert, konnten sie ja nicht nach Hause kriechen.
An solch schönen Spieltagen fanden die Beiden auch schöne und brauchbare Dinge. Sie fanden Schrauben, Nägel, schöne Steine und kleine glänzende Münzen.
In Peters Panzertasche paßte einiges hinein. Wenn sie voll war, packte der Schildkrötenpeter alles aus, legte es fein nebeneinander und sie freuten sich über die schönen Sachen.
Manchmal durfte Tilda auch mit zu Peters Familie. Er kam aus einer sehr großen Schildkrötenfamilie. Dort bekam Tilda dann eine Kartoffel und ein Stück Fisch. Peter bekam natürlich das Gleiche und es machte ihnen viel Spaß gemeinsam zu essen. Von Tilda bekam Peter als Dankeschön eine große Rharbarberstange. Es war schön Peter die Schildkröte als Freund zu haben.

© Mathilde Kilian 1995
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